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Anja Kempe Hörfunkjournalistin ARD
 

Die ersten Jahre der Theoretischen Physik

Die 20er Jahre sind die ’schönen Jahre der Physik’, und Deutschland ist das Zentrum. ‘Man lernte Deutsch’, so der österreichische Physiker Erwin Schrödinger später, ‘um die Physik in ihrer Muttersprache zu studieren’.

Ostern 1921 wird Max Born aus Frankfurt geholt, um in Göttingen am neugegründeten physikalischen Institut die erste eigenständige theoretische Abteilung zu leiten. Man tüftelt an den großen physikalischen Fragen des 20. Jahrhunderts. Dem Aufbau der Materie. Es sind Pionierjahre der modernen Physik. Einstein hatte ihr die allgemeine Relativitätstheorie geliefert und Planck die ersten Ansätze zur Quantentheorie, an deren Weiterentwicklung zu einer Quantentheorie der Atome man in Göttingen arbeitet. Es sind Grenzüberschreitungen. Was mit der Überschreitung zum Großen hin, zum Kosmos, zur Relativitätstheorie geführt hatte, zu einer Kosmologie des Weltganzen, führt mit der Überschreitung zum Kleinen, zum Elementarteilchen, zur Quantenmechanik und damit zum Verständnis des kleinsten, nicht mehr teilbaren Bausteins der Materie.
Im Juli 1925 legt Werner Heisenberg Max Born sein Manuskript zur Quantentheorie vor. Die Physikwelt schaut erstaunt auf Göttingen. ‘Heisenberg hat ein großes Quantenei gelegt’, spottet Einstein, ‘in Göttingen glauben sie daran, ich nicht’. Doch bald kann man mathematisch beschreiben, was ein paar Jahre später in der Berliner Neutronenkammer von Lise Meitner und Otto Hahn passiert: das Zerplatzen eines Atomkerns.

1927 verläßt Werner Heisenberg Göttingen. In Leipzig baut er an der Seite von Peter Debye und mit seinen Schülern Edward Teller, Felix Bloch und Carl Friedrich von Weizsäcker einen weiteren Mittelpunkt der modernene Physik auf.

Die Quantenmechanik ist verstanden, und mit den neuen Theorien lassen sich Felder finden, auf denen man weiterarbeiten kann. Doch längst wirft der Nationalsozialismus seine Schatten voraus. Es beginnt der Neuaufbau nach den Vorstellungen der Nazis. Es gibt nur noch deutsche Physik. Die Theoretische Physik, die Relativitätstheorie, die Quantentheorie ist jüdische Physik und wird von den theoriefeindlichen Nationalsozialisten verboten.

1939 wendet sich das Blatt. Die Nazis bekunden ein verspätetes Interesse an der Herstellung einer Atombombe, beschlagnahmen das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin. Noch im selben Jahr wird Werner Heisenberg zum Heereswaffenamt befohlen, zur ‘Nutzbarmachung der Kernspaltung’. Doch der Vorsprung des amerikanischen Manhattan-Projekts ist schon nicht mehr aufzuholen. Am 6. August 1945 fällt über Hiroshima die Atombombe, das erste Kapitel der Theoretischen Physik ist abgeschlossen – unter maßgeblicher Beteiligung aus Deutschland verjagter Physiker: Edward Teller, Victor Weisskopf, James Franck, Felix Bloch.

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Vor 73 Tagen 21 Std. schrieb Norbert Beliawski:
Als ich klein war, gab es kein Laptop und keine PS3. Ich hatte ein Fahrrad & Rollschuhe. Meine Mutter rief mich nicht auf einem Handy an, sie rief meinen Namen aus der offenen Tür. Ich spielte mit meinen Freunden DRAUSSEN, nicht ONLINE. Wenn du mit aufgerissenen Knien heimgekommen bist, auf Bäume geklettert bist … und überlebt hast :)) dann poste das in deinen Status…denn wir hatten eine richtige Kindheit!! Weiterlesen

Vor 147 Tagen 0 Std. schrieb Anne Güntert:
Hallo Frau Kempe, ich habe gerade den beitrag auf WDR 5 gehört und möchte gerne wissen, was aus Yasmin geworden ist…..Vor Jahren war ich in einer ähnlichen Situation wie sie. MfG Anne Güntert Weiterlesen

Vor 167 Tagen 1 Std. schrieb Klaus Ebott:
Alles Propaganda, was Sie hier so treiben… Weiterlesen

Vor 168 Tagen 22 Std. schrieb Lena Reuter:
Auf einer Radtour kam ich heute durch Gimborn und besuchte auch die Kirche. Die Gedenktafel für die 12 Mädchen hat mich sehr bewegt - die ganze restliche Fahrt hindurch bis nach Hause in Essen. Meine Überlegung: Wie können 12 Mädchen gleichzeitig ertrinken? Als Lösung fiel mir nur Blitzschlag ein. Zu Hause habe ich sofort gegoogelt und kam dann zu dieser Seite. Danke für den Link zur Radioreportage! Ich bin sehr berührt von dem, was 1949 (...) Weiterlesen

Vor 203 Tagen 8 Std. schrieb Chianna:
Unbelivalebe how well-written and informative this was. Weiterlesen

Über Anja Kempe:

Ich möchte gern unterhalten. Die Features und Reportagen stehen im Kontext der aktuellen Diskurse und Debatten. Aber man muss sich nicht auskennen, sondern kann auch einfach die Füße hochlegen und zuhören. (...) Mehr lesen

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